Vom 15. bis 17. August verwandelte sich der Kirchgarten in einen Hörspielgarten voller Stimmen, Erinnerungen und Klänge. Unter dem Titel „Sound of Water“ wurde erzählt, gelauscht, nachgedacht – und getanzt.
Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen haben wir uns mit der Geschichte unseres Ortes beschäftigt – und vor allem mit dem Wasser, das Pouch seit jeher umgibt.


Über ein ganzes Wochenende interviewten junge Menschen Erwachsene aus dem Ort zu ihren Erinnerungen an das Wasser, an den Wandel durch den Kohleabbau und an das frühere Leben. Diese Gespräche wurden von Natascha Schoenaich transkribiert und in eindrückliche Kurzgeschichten verwandelt.
Im Tonstudio von Julia Hemmerling wurden die Texte anschließend von den Kindern und Jugendlichen unter der Leitung von Eunike Kramer und Tilman professionell eingesprochen. Herausgekommen sind bewegende Hörstücke, die nicht nur Geschichten bewahren, sondern auch Brücken schlagen – zwischen Generationen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.


Beim Hörspielwochenende konnten Besucher:innen per Bluetooth-Kopfhörer zwischen drei Erzählkanälen wählen – und sich so an ihrem ganz persönlichen Lieblingsplatz im Umkreis von 50 Metern niederlassen. Diese besondere Atmosphäre unter freiem Himmel wurde von der Jahresgruppe des CONFUGIUMs organisiert und von Tobias Barth und Conny Wolter (MDR) sowie Valentin Schmehl (Other Music Academy e.V.) kuratiert.
Ein besonderes Highlight war der Auftakt am Freitag mit Conny Wolter, die viele bewegende Geschichten von Sprecherkindern des MDR im Gepäck hatte. Den krönenden Abschluss bildete die Open Air-Silent Disco unter den alten Bäumen – ein magischer Abend voller Klang, Licht und Bewegung.

Am Samstag luden wir wieder zum Lauschen ein: Über unsere Bluetooth-Kopfhörer konnte jede:r an seinem Lieblingsplatz Geschichten hören – für alle Altersgruppen und mit viel Raum für eigene Gedanken.
Besonders schön war zu beobachten, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam auf Klangreise gingen.
Am Abend wurde es dann besonders persönlich: Beim Hörspielabend von 19 bis 21 Uhr präsentierten wir die selbst produzierten Hörgeschichten über Pouch. Es war ein berührender Moment, die Stimmen unserer Kinder und Jugendlichen zu hören – wie sie von der Vergangenheit, vom Wasser, vom Wandel und vom Leben in unserem Dorf erzählten.
Wir hatten die große Freude, mit Julia Hemmerling und den Hörspielmacherinnen ins Gespräch zu kommen – über den Entstehungsprozess, die Kraft des Zuhörens und das fragile Wissen, das in diesen Geschichten bewahrt wird.
Musik und Lesung gaben dem Abend eine warme, einladende Atmosphäre.
Ein echtes Highlight war der Auftritt der Dorfdisco, die die Musik zu unseren Geschichten nicht nur eingespielt, sondern sie auch live unter freiem Himmel hörbar gemacht hat. Es wurde gelacht, getanzt und gemeinsam gefeiert.
Und währenddessen: der Duft von frischer Pizza. Der Jugendgemeinderat hat uns alle mit selbst gebackener Pizza aus dem Holzbackofen versorgt – liebevoll zubereitet, heiß serviert und rundum lecker.

Der Sonntag bildete den feierlichen Abschluss unseres Hörspielwochenendes – und schenkte uns noch einmal ganz besondere Momente der Besinnung, des Zuhörens und des Miteinanders.
Der Tag begann um 14 Uhr mit einem bewegenden Gottesdienst unter freiem Himmel Superintendentin Dr. Gabriele Metzner hielt die Predigt, während Pfarrerin Bettina Lampadius-Gaube gemeinsam mit dem Bitterfelder Frauenkreis die Liturgie gestaltete. Worte, Musik und Atmosphäre griffen wunderbar ineinander – und rückten das Thema Wandel, Erinnerung und Hoffnung auf eine ganz persönliche Weise ins Zentrum.


Im Anschluss luden wir zur Kaffeetafel – mit selbstgebackenem Kuchen, warmem Gespräch und einem offenen Ohr für die Hörgeschichten, die an verschiedenen Stationen im Dorf weiterhin über Kopfhörer zu erleben waren. So wurde der Sonntagnachmittag zu einem ruhigen, nachklingenden Ausklang unseres Projekts.


Wir danken allen, die diesen Tag möglich gemacht haben – ganz besonders den vielen Unterstützer:innen, die uns ihre Stimme beim Voting gegeben haben. Ohne euch wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen.
Ein großer Dank gilt auch unseren Förderern: Revierpionier und dem Kirchenkreis, die uns finanziell unterstützt haben und so halfen, Stimmen aus Pouch hörbar zu machen.
Was bleibt, ist Dankbarkeit – für die vielen Eindrücke, die gemeinsamen Gespräche und die neuen Verbindungen, die an diesem Wochenende entstanden sind.